Kurzreisen




In den Sanddünen von Lancelin



1. Tag: Samstag 29.12.2007

Am frühen Morgen trafen wir uns alle 3 bei Hans in Merriwa. Die meisten Leuten waren anscheinend schon irgendwo gelandet den der Verkehr war nicht allzuschlimm. Gegen 10:00 trafen wir dann in Lancelin ein und es war schon wesentlich geschäftiger. Lancelin ist aber auch nur eine kleine Quetsche und den Ort zu überfüllen dürfte nicht allzuschwer sein. Die Bäckerei ein paar Meter vom Park entfernt verkauft leckere Pies & Donuts und das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Wir machten uns aber rechtzeitig vor'm Mittagessen auf den wir wußten ja nicht wo wir unsere Zelte aufschlagen werden. Von Dide Bay bis Wedge Island ging es am Strand entlag. Wir hielten nur kurz vor der Einfahrt zum Sand den Reifendruck auf ca. 20 PSI runter und nach einem Bier ging es weiter. Es war nämlich schon sehr warm. So war das Fahren leicht und der Anhänger machte auch keinen Unterschied. Bald waren wir bei Wedge Island angelangt und machten kurz Halt. Der Strand bei Wedge ist zwar ziemlich lang aber am Ende muß man wieder landeinwärts fahren und gleich danach wäre ein guter Platz gewesen. Leider schon besetzt. War auch nicht anders zu erwarten. Wir suchten weiter und haben dann auch bei den Koordinaten 30o44.771'Süd / 115o10.253' Ost ein sehr schönes Fleckchen. Die Aufbauerei ging schnell vonstatten und am frühen Nachmittag standen schon die ersten leeren Bierflaschen rum.
Um uns die Zeit bis zum Abendessen etwas zu vertreiben kletterten wir über die Sanddänen und legten eine Reuse mit einer lecker gefällten Socke drinnen am Strand aus. Leider haben wir ausser feuchten Zehen nichts bekommen.


2. Tag: Sonntag 30-12-2007

Heute morgen wurden wir erst mal vom Hans seiner Meckerei geweckt. Er hatte gestern sein Zelt nicht mehr aufgestellt und mußte über Nacht feststellen, daß es auch im Dezember nachts furchtbar kalt werden konnte.
Wir amüsierten uns natürlich köstlich und Hans mußte so manche Frotzelei über sich ergehen laßen. Dann ging es erst mal daran ein anständiges Früstück auf den Tisch zu zaubern. Die Kunst bei camping trips ist es die Mahlzeiten so auszudehnen, daß man den ganzen Tag immer was zu tun hat sonst wird es mit der Zeit doch ein bißchen langweilig. Nachmittags waren wir am Strand um eine Runde zu schwimmen und den einen oder anderen Sonnenbrand einzufangen. Der Strand war herrlich und vom höchsten Punkt der Sanddüne aus hatte man auch einen herrlichen Überblick auf die Umgebung, Strand und unser Camp welches nur 200 m vom Strand entfernt war. Dieser Punkt war besonders bei Sonnenuntergängen beliebt. Ab und zu fuhr auch mal ein Fahrzeug den Strand entlang aber es war doch relativ ruhig. Der nächste Nachbar war ausser Hörweite und so hatte man es so ruhig wie man es wollte.
Ich denke mal es war auch gut, daß mein Sohn nicht mitkahm den er hätte sich bestimmt sehr gelangweilt im Schlepptau mit den älteren Herrschaften.


3. Tag: Montag 31-12-2007

Heute Morgen starteten wir mit "Champagne breakfast". Champagne ist im Englischen das Wort für Sekt schlechthin und hat weniger mit dem französischen Saft aus der gleichen Gegend zu tun.
Bei 4 Flaschen und 5 Trinkern war genügend Stoff für jeden da und es machte die Entwicklungsarbeit für Neujahrsvorsätze doch sehr interessant. Heute gab es auch Arbeit zu tun den wir mußten ein paar Planen umspannen damit der sandige Wind nicht so stark durch's Lager pfiff. Unsere Bemühungen waren von leidlichem Erfolg gekrönt. Ein Penthouse mit Blick auf Sydney Opera wäre eindeutig besser gewesen. Heute kahm sogar etwas Verkehr auf und ich denke mir die fahren irgendwo hin wo's parties gibt. Der Abend kahm schnell und es gab wieder einen herrlichen Sonnenuntergang. Ich kann mich daran einfach nicht sattsehen. Bei Dunkelheit hohlten Fredi und ich unsere 2 Ghettoblaster Handlampen raus und spielten Jedi Knights. Die Luft war derart sandgeschängert, daß man bestimmt 50 - 100m lange Lichtkegel sehen konnte. Wir kletterten auf die nächste Sanddüne um zu sehen ob sonst noch jemand den gleichen Blödsinn anstellt? Am Strand von Wedge Island trieben sich auch ein paar Jedis rum und wir signalisierten im Morsecode. Ich hatte keine Ahnung was ich da so signalisiert hatte. Anscheinend wurden wir gesehen den es kahm eine Antwort die ich genauso wenig verstehen konnte wie meine Anfrage. Es zählte der olympische Gedanke: mitblödeln ist alles. Da eigentlich keiner Lust hatte bis Mitternacht auf den Jahreswechsel zu warten sprangen wir auf die "Eastern States Timezone" und stießen auf das neue Jahr zeitgleich mit den Sydneysidern an. Als dann das neue Jahr in Westaustralien einzog wurde schon fleiß geschnarcht.


4. Tag: Dienstag 01-01-2008

Heute Morgen hieß es dann sich auf die Rückfahrt nach Perth fertig zu machen. Da die Innenbeleuchtung in meinem Landcruiser schwächelte hatte ich Bedenken ob die Karre überhauptr anspringt. Aber im kalten Zustand hatte ich sehr selten Probleme. Da aber irgendetwas immer schief geht hat Hans sein Pajaero Zicken gemacht. Seine 2 Batterien waren leergelutscht. Da mußten wir unsere Starterkabel rausholen und es dauerte ein Weilchen bis das gute Stück wieder flott war. Gegen 09:00 waren wir aber reisefertig und wir machten uns in Richtung Wedge Island auf den Weg. Wir versuchten soweit wie möglich am Strand entlang zu fahren. Leider war dies keine so gute Idee den ab Dide Bay bis Lancelin ist der Sand ganz schön schwergängig. Ich blieb auch stecken und brachte den ganzen Troß zum Stillstand. Der kleine Anhänger machte das Drehen ein bißchen schwieriger und so wurde das gute Stück einfach abgehängt.
Der Luftdruck wurde auf 15 PSI abgesengt und das war dan der ganze Trick. Fredi war nicht weit hinter mir und er hatte wesentlich größere Scwierigkeiten beim Drehen als ich. Es wunderte mich ein bißchen da er ja einen stärkeren Motor hatte. Die Flut spülte schon den Sand an die Hinterräder und wir dachten schon jetzt sitzt er fest und die Kakcke ist am dampfen. Mit Ach und Krach schaffte er es noch. Er gab aber hinterher zu, daß er den Reifendruck nur bei 35 PSI hatte. Also hatte er noch Luft im doppelten Sinne des Wortes. Hans hatte auch seine Schwierigkeiten. Er mußte zwar nicht umkehren aber er mußte unseretwegen halten und im Sand gibt es ein eisernes Gesetz: Wenn es geht um himmelswillen nicht anhalten. Sein Auto hatte weniger Bodenfreiheit und deswegen saß er mit dem Boden im Sand auf. Aber im Schaufeln hatten wir schon Übung und so waren wir in nicht allzulanger Zeit alle wieder auf dem rechten Pfad. Unterwegs traffen wir noch andere Leute die stecken blieben aber gegen 15:00 waren wir in Lancelin. Von hier aus machte sich jeder auf seinen eigenen Weg nach Hause.