Kurzreisen




Murchison Offroad Adventure



1. Tag: Freitag 25-09-2010

Morgens ging es früh aus den Federn. Die Strecke auf dem Brand Highway in Richtung Geraldton habe ich ja nun schon so oft abgeklappert, daß es für mich nun wirklich nichts neues mehr ist.
Unterwegs mußten wir mal halten und dann sprang der Landcruiser nicht mehr an. Das gefiel mir nun garnicht. Ich wußte ja, daß mein Fahrzeug nach langen und ausdauernden Fahrten schlecht wegspringt aber ich dachte ich hätte das Problem gelöst. Gewöhnlich springt das Auto wieder an wenn man es abkühlen läßt. Zum Glück kahmen ein paar andere Reisende und wir konnten die Karre dann anschieben. Ich mußte aber erst den Anhänger abschnallen.
In Geraldton wollte ich nochmal tanken und da habe ich dann vorsichtshalber den Motor laufen lassen. Nicht lange aufgehalten und es ging weiter den es mußten noch ungefähr 200 Km zurückgelegt werden. Die Abfahrt in die Coolcalaya Road war auch schnell gefunden. Von da aus waren es noch ca. 50 Km Dreckstraße und ein paar Tore auf und zumachen und schon war die Ranch erreicht. Erst mal mußten wir unseren Obulus entrichten und dann gab es auch noch ein paar knappe Infos zum Ablauf der Veranstaltung.Wir bekahmen unser Camp zugewiesen und der Fahrer eines zweiten Landcruisers der zur gleichen Zeit wie wir ankahm wurde auf's gleiche camp geschickt. Der war schon mal da und die Kassiererin meinte Andrew wüßte wo es liegt. Da sind wir dann einfach hinterher gefahren. Genauso einfach haben wir uns dann auch verfahren aber wir konnten die Schuld ja auf unseren Vordermann schieben. Wir haben aber trotzdem unseren Lagerplatz gefunden und wir waren sehr zufrieden mit unserem Schicksal.


2. Tag: Samstag 26-09-2010

Heute war erst mal ein bißchen rumgondeln und Kalbarri schnuppern angesagt. Dazu mußten wir erst mal wieder die 60 Km zum Highway und dann nochmal 65 Km nach Kalbarri fahren. auf dem Weg dahin gab es den Meanarra Lookout und von da aus hat man einen schönen Ausblick auf Kalbarri und das Meer.
Im Ort angekommen ging es erst mal zum Postkarten besorgen. Man mußte den Daheimgebliebenen ja aufstreichen wo man war. Der halbe Spaß an der ganzen "Roaserei". Zum Mittagessen haben wir uns dann mal das Black Rock Cafe, nicht weit vom Strand entfernt, genehmigt. Gute Küche zu saftigen Preisen aber man ist ja nicht jedes Wochenende da. Die Postkarten wurden hinterher am Strand geschrieben und versandfertig gemacht. Beim Rumlungern viel mir dann eine Gruppe von Chevrolet Corvette auf und das mußte gesehen werden. Soviele verschiedene Modele auf einen Haufen habe ich noch nicht gesehen. Es stellte sich heraus, daß in Geraldton eine Art Oldtimer Treffen war und einige haben dann die Gelegenheit für einen Tagesausflug nach Kalbarri genützt. Auch Kalbarri geht zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Unterwegs kreuzte noch eine Monitor Echse unseren Weg und unsere ungeteilte Aufmerksamkeit und die unserer Kameras war dem Tier gesichert. Zurück am Camp wurde erst mal ein anständiges Lagerfeuer entfacht und ich knetete schon mal den Teig für ein Damper. Nach dem Abendessen kahm die Knetmasse dann in den camp oven und rein in die Glut. Diesmal gelang mir mein Buschbrot nicht so gut. War wohl nicht so bei der Sache. Aber man konnte es essen. Nur einer mußte über die Kante geschleppt werden. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und wir fuhren schon im Halbdunkeln nach Hause.


3. Tag: Sonntag 26-09-2010

Heute endlich kahmen wir zum eigentlichen Zweck des Trips. Den Leuten zugucken wie Sie Ihre Allradler durch den Dreck jagen oder so schnell wie möglich über Stock & Stein fahren. Wir fuhren zur Hauptstation um uns zu informieren. Leider wußte aber niemand so richtig Bescheid was genau abläuft. Das hat ein bißchen gedauert bis man wußte was Sache ist.
Dann stellte sich aber doch raus, daß es ab 13:00 durch den Schlamm gehen soll. Bis dahin war noch ein bißchen Zeit und so machten wir uns auf zum Übungsgelände für die Weicheier. Da war ich ganz alleine. Was für eine Schande. Sollte ich wirklich der Einzige sein? Egal ich wollte eigentlich nur ein paar Schnappschüße haben um zu zeigen das der Landcruiser doch ab und zu mal über einen Hügel kriecht. Der Spaß war kurz den es wurde Zeit zum Schlammkurs aufzubrechen. Wir suchten uns einen Platz mit guter Sicht. Erst mal sind die Fahrer durch den Schlamm gewatschelt um die Strecke abzulaufen. Man will ja nicht auf's Geratewohl losfahren. Nach einigen Fahrzeugen mußte ich feststellen, daß alle Fahrer mit Nissan Patrols unterwegs waren. Irgendwie ließ mir das keine Ruhe und so fragte ich mal jemanden. Der meinte auf meine Frage ganz einfach: "weil die Nissan besser sind". Besser als Landcruiser aber das versteht sich von selbst das daß gemeint ist den wenn 2 Offroaders sich über Ihre Autos streiten fährt einer Nissan und der andere Landcruiser. Jede Wette. Anscheinend haben Nissan 4WD ein wesentlich stabileres Getriebe und Landcruiser würden mit Standardgetriebe für solche Veranstaltungen nur zum abschleppen gut sein. Solche Geschichten habe ich schon öfter gehört und es muß wohl was dran sein den ich mußte mein Getriebe bei 280000 Km auch schon wechseln????
Da ich aber nicht daran denke den Spielraum den ein 4WD mir bietet auszureizen kann ich wohl nachts ruhig im Zelt schlafen. Mittlerweile war eine Bergung im Gange und ich dachte mir das wäre mehr als Showeinlage gedacht damit die Leute sowas auch mal mitkriegen. Habe aber dann gesehen, daß Fahrer und Beifahrer mit 2 Mann Unterstützung zum Ufer geschleppt wurden. Konnte dann in Erfahrung bringen daß die Jungs im Schlamm stecken gebliegen sind und zuviele Abgase abgekriegt haben und bevor Sie sich ganz vergiften konnten wurden die Beiden aus dem Auto geholt. Die Karre hatte Wasser im Motorblock und mußte mit der Seilwinde rausgezogen werden. Oh das wird wieder teuer. Da jeder der Fahrer schon mindestens 2 Durchläufe gemacht hatte wurde die Veranstaltung erst mal abgebrochen. Zurück zum Base Camp und sehen was passiert. Nach einem Weilchen Chaos wurde mitgeteilt das es den beiden Fahrern schon wieder besser geht und es bald auf zum Rock Climbing & Winching geht. Ein Leitfahrzeug fuhr los und zeigte jedem wo es langgeht. Mittlerweile stand die Sonne dem Horizont schon näher und wir wußten nicht ob wir im Dunkeln nach Hause fahren müßen.
Die Kletterei der Fahrzeuge war ganz interessant zu beobachten. Ein oder 2 Nissan (was sonst, gab ja nichts anderes) schafften es auf Anhieb. Die Meisten Beifahrer mußten aussteigen und die Seilwinde am Ankerpunkt anschließen. Nach mehr oder weniger Schinderei schafften diese es auch. Nur einer mußte über die Kante gezogen werden.
Als wir dann im Auto saßen war es mit Tageslicht vorbei. Es ging los und der aufgewirbelte Staub machte die Sicht beim Scheinwerferlicht eine ziemlich knifflige Sache. Mit jedem der uns überholte wurde es schlimmer. Wir kahmen aber auch an und whärend meine Frau was zum Spachteln zubereitete schaute ich mir mal den Keilriemen an den der hatte die ganze Zeit gequietscht. Leider war nicht mehr viel davon übrig. Ein paar Fetzen hingen noch irgendwo rum und so hieß es noch in der Nacht im Schein der 12V Lampen - Keilriemen wechseln. Gottseidank hatte ich die Werkstatt mal vor 10 Jahren gefragt was ich den unbedingt für Ersatzteile bräuchte und siehe da ich hatte 2 Ersatzriemen dabei. Da wurde der 2te auch noch mitgewechselt. So wie es aussah hätte der aber auch nicht mehr lange gehalten. Endlich war alles erledigt und morgen kann es dann losgehen. Zurück nach Perth.


4. Tag: Montag 27-09-2010


Lang lebe die englische Königin. Schlieβlich verdanken wir Ihr diesen Feiertag.

Queen's Birthday.


Heute morgen sprangen wir schon im Dunkeln aus den Federn den es mußte ja noch gepackt werden. Das Camp abzubauen und Frühstücken dauert immer so 2 Stunden. Viel rausschinden kann man da nicht. So kurz vor 8 war es dann aber soweit und es konnte losgehen. Ja wenn das Auto anspringen würde. Ausser einem müden Krächzen konnte ich dem Anlaßer nichts entlocken. Hatte ich den gestern Mist gebaut? 2 Keilriemen wechseln das müßte ich doch hinkriegen. So vekalkt bin ich dann doch noch nicht. Also erst mal ein paar Sachen gemessen, Sicherungen überprüft und nochmal anlaßen - nix. Da ich aber einen 60 L Engel Kühlschrank im Auto habe, waren da auch ein paar Batterien vorrätig. Nachdem ich die Batterie gewechselt hatte ging es aber zur Sache. War doch die Autobatterie schon wieder im Arsch. Bosch ist auch nicht mehr was es mal wahr. Leider ging das Ding ausserhalb der Garantie kaputt.
Da es endlich losgehen konnte war mir das ziemlich wurscht. Jetzt erst wieder mal 60 Km Staub schlucken und dann nix wie Gummi geben. Gerade vor'm Highway hatten wir ein paar Oldtimer vor uns. Die waren wohl auch auf dem Treffen in Geraldton. Vielleicht hatten die auch auf einer Station Ihr Quartier bezogen und sind genau wie wir auf dem Weg zurück. Wir fuhren erst mal die nächste Tankstelle an um ein paar Liter Diesel reinzuschütten. Wir waren doch einige Km rumgekurvt und so wurde es knapp. Meine Tankanzeige funktioniert seit Jahren schon nicht mehr und so verlasse ich mich meistens auf mein Gespühr und den Tageskilometerzähler. In Geraldton wurde dann nochmal der Haupttank vollgedonnert und das reicht dann dicke bis Perth. Wir sind diesmal den Indian Ocean Drive gefahren den das Teilstück von Cervantes nach Lancelin ist jetzt auch fertiggestellt und wir wollten doch mal sehen wie es aussieht. Jetzt kann man ziemlich schnell, und mit Ferrari wenn's sein muß, Wedge Island erreichen. Jede Wette das in ein paar Jahren die Fundamente für mehrstöckige Hotels gelegt werden. Dies ist für mich der wahre Grund warum dieses Stück Straße gebaut wurde. Von wegen der Brand Highway ist zu gefährlich. Das interessiert kein Schwein.