5 Tage nach Kalbarri, Monkey Mia und den Pinnacles




Tourvorschlag 5 Tage Monkey Mia

1. Tag :
Pink Lake Abfahrt gegen 07:00 in Perth. Unser erster Tag führt uns zum Kalbarri Nationalpark der mit einer wilden aber fasziniernden Landdschaft und Küstenlinie aufwartet. Nach unserer Mittagspause in Geraldton geht es weiter in Richtung Kalbarri und zum Pink Lake, einem Salzwassersee dem Algen eine rosa Farbe verleihen. An der Natural Bridge und Island Cove bekommen Sie einen Eindruck von der wilden Schönheit der Landschaft. Wir erreichen Kalbarri am späten Nachmittag um unser Zelt aufzuschlagen. Den Tag lassen wir in einem der zahlreichen Restaurants zu Ende gehen.


2. Tag :
Morgens Abfahrt zum Natural Window dem beliebtesten Ziel im Kalbarri Nationalpark. Am Z-Bend hat sich der Murchison Fluß in Jahrmillionen tief in die Landschaft gegraben. Für den Abenteuerlustigen bietet sich die Möglichkeit für eine Abkühlung die Schlucht zum Fluß hinunter zu klettern. Unserer Reise geht weiter in Richtung Monkey Mia. Wir besuchen die alte Telegraphenstation und die Stromatoliten, eine Ur-Lebensform die sich in Shark Bay bis in unsere Zeit erhalten konnte. Es geht weiter zum Shell Beach einem Strand der gänzlich aus winzigen Muscheln besteht. Am frühen Abend treffen wir in Monkey Mia ein.




3. Tag :

monkeymia Dieser Tag ist eher zum Bummeln gedacht. Delphine finden sich gewöhnlich mehrmals am Tag ein und im Ranger Informationszentrum können Sie mehr über die Delphine, Shark Bay und die Entstehungsgeschichte von Monkey Mia erfahren. Es bietet sich Ihnen aber auch die Möglichkeit mit 2 Catamaran Booten durch Shark Bay zu segeln um die vielfältige Tierwelt des Meeres kennenzulernen. Mit dem Glasbodenboot können Sie die Blue Lagoon Pearl Farm besuchen. Die Perlenzucht hat in Shark Bay eine lange Tradition und Sie bekommen Einblick wie hier schwarze Perlen gezüchtet werden. Interessant ist auch eine Tagesfahrt mit dem Allrad in den Peron Nationalpark bis zur Spitze der Peron Halbinsel, der sinnigerweise Point Peron genannt wird. Man kann aber auch nur bis zum Peron Homestead mit seinen heißen Quellen fahren. Dies ist besonders interessant in einer Jahreszeit wenn der Morgen etwas kühler ist, denn Sie können sich in den Quellenbecken ein bißchen aufwärmen.


4. Tag :

monkeymia Morgens kann man nochmal die Gelegenheit nützen um die Delphine zu besuchen. Gegen Mittag sollte man sich aber auf den Rückweg nach Perth machen um die Rückfahrt nicht in Hektik ausarten zu lassen. Unterwegs bietet sich dann auch noch die Gelegenheit verschiedene Aussichtspunkte an der Küste zu besuchen. Mit Glück lassen sich auch Delphine oder Dugong mit dem Feldstecher beobachten. Gegen Abend kommt man in Dongara/Port Denison an und wer zeitig ankommt kann in Port Denison noch einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten.




5. Tag :

monkeymia Heute Morgen fahren wir weiter zu den Pinnacles, den surrealen Kalksandsteingebilden im Nambung Nationalpark. Wir verlassen dabei den Highway und fahren auf einer Nebenstrecke die Küste entlang nach Cervantes. Kurze Seitenstraßen führen zu Behausungen von Cray Fishermen die hier während der Saison australische Langusten aus dem Meer hohlen. Diese Strecke ist besonders in der Wildblumen Saison (ca. Anfang August bis Mitte Oktober) interessant. Nach unserer Ankunft in Cervantes fahren wir direkt zu den Pinnacles im Nambung Nationalpark. Diese Sandsäulen die schon unzählige Besucher fasziniert haben werden auch Sie begeistern. Die Pinnacles sind Kalksandsteinsäulen die durch einen eigenartigen aber natürlichen Verwitterungsprozess entstanden sind.
Unser letzter halt vor Perth ist New Norcia. Dies ist das einzige Klosterdorf in Australien und hat neben einer interessanten Geschichte auch beachtliche Kunstschätze die dem Besucher zugänglich sind. Wir erreichen Perth am frühen Abend und wer vor Sonnenuntergang den Norden von Perth erreicht sollte noch in Pinnaroo vorbeischauen
.

Zu dieser Tourbeschreibung gibt es auch noch eine Diaschau.




Nachstehend finden Sie auch noch die Hintergrundinformationen die ich in meinen Tour Operator Zeiten für meine Gäste vorbereitet hatte:


Westaustralien:

Westaustralien ist mit einer Fläche von 2525500 Km2 der flächenmäßig größte Staat Australiens und bedeckt rund 1/3 des australischen Kontinents. Die Einwohnerzahl liegt bei ca. 1.8 Millionen und ca 1.4 Millionen davon leben im Großraum Perth. Die Wirtschaft Westaustraliens basiert hauptsächlich auf Handel, Landwirtschaft und die Ausbeutung der riesigen Bodenschätze. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts nahm auch der Tourismus eine bedeutende Rolle ein und vor allem bei abenteuerlustigen Reisenden ist Westaustralien aufgrund seiner riesigen Entfernungen und Wüsten sehr beliebt.
Begonnen hat alles als der Seeman Henderik Brouwer im Jahre 1610 herausfand, daß der beste Weg nach Indonesien über die "Roaring Forties" vom Kap der guten Hoffnung aus war. Man segelte ein paar tausend Kilometer nach Osten und wendete sich dann links um nach Batavia abzubiegen. Im Jahre 1616 segelte Dirk Hartog ein bißchen zu weit und entdeckte nebenbei Westaustralien.
Der Gründer des modernen Westaustraliens war Kapitän James Stirling der im Jahre 1827 mit seinem Schiff HMS Success den Swan River erkundete. Aufgrund seiner Ausführungen segelte Kapitän Charles Fremantle am 2 Mai 1829 in die Flußmündung des Swan Rivers und beanspruchte Westaustralien für die englische Krone.
Aufgrund der harten Bedingungen konnte man der Versuchung Sträflinge zur Zwangsarbeit zu verpflichten nicht wiederstehen. Whärend der kurzen Geschichte Westaustraliens als Sträflingskolonie von 1850 bis 1868 fanden 9718 Gefangene ihren Weg nach Westaustralien.
Der erste Aufschwung kahm als in Coolgardie und Kalgoorlie in den 90er Jahren des vorletzten Jahrhunderts Gold gefunden wurde.
Bis in die 70er Jahre war der überwiegende Teil der Einwanderer britischer Herkunft und erst seit den 80er Jahren konnte man von einer gemischten Bevölkerung sprechen.


Perth:

Perth ist die isolierteste Hauptstadt der Erde. Adelaide liegt ca. 2700 Km entfernt und dazwischen liegen ungefähr 1500 Km Niemandsland. Perth ist mit Sonnenschein und angenehmen Klima verwöhnt. Seine Strände sind sauber und zum Teil menschenleer. Obwohl Perth erst 1829 gegründet, wurde sein Fluß schon 1697 von dem Seefahrer William de Vlamingh so benannt da im die besonders zahlreichen schwarzen Schwäne auffielen. Der schwarze Schwan ist auch das Wappentier der westaustralischen Flagge. Obwohl in Perth heute weit über eine Million Menschen wohnen hatte es zu Anfang des 20. Jahrhunderts erst ca. 30000 Einwohner. Perth war aber nicht die erste Stadtgründung in Westaustralien. Diese Ehre gebührt Albany desen Geschichte 1826 mit der Amity Brig begann welche die ersten Siedler nach Westaustralien brachte. Für eine kurze Zeit entbrannte ein Konkurrenzkampf wer die Hauptstadt des neuen Bundesstaates werden sollte und Perth konnte sich durchsetzen.


Greenough:

Greenough gehört mit zu den besterhaltenen historischen Dörfern aus dem 19. Jahrhundert. Es zeigt in sehr gut erhaltenen Gebäuden die Lebensbedienungen der frühen Pioniere aus dem 19. Jahrhundert. Das Herzstück besteht aus 11 Gebäuden und steht unter der Verwaltung der australischen Denkmalschutzbehörde. Diese Gebäude stehen alle an Ihrem Ursprungsort und wurden nicht an Ihrem jetztigen Standort für Konservierungszwecke wiederaufgebaut. Die Gegend um Greenough wurde 1857 für den Weizenanbau erschlossen und im Jahre 1858 waren schon ca. 100 Personen hier ansässig. Wer hier auf dem Weg nach Kalbarri , Monkey Mia oder dem Norden durchfährt wird sich vor allem an die seltsam geformten Bäume erinnern welche den Straßenrand säumen. Bäume der Art "River Red Gum" haben sich dem stetigen Westwind gebeugt und manche wachsen fast in horizontaler Richtung.


Geraldton:

Geraldton liegt 425 Km nördlich von Perth und ist das Zentrum für die umliegenden Weizenanbaugebiete. Mit einem Jahresdurchschnitt von 8 Stunden Sonnenschein pro Tag ist es auch ein sehr beliebtes Winterziel für Urlauber. Geraldton kann auch die größte "Lobster Fleet" (Langustenfangflotte) in Westaustralien aufweisen und ist eine der wichtigsten Hafenstädte im Westen Australiens. Bei Point Moore steht der einzige Leuchtturm Australiens der ganz aus Stahl gebaut wurde. Die ersten Europäer die diese Gegend gesichtet haben waren holländische Seefahrer die Anfang des 17. Jahrhunderts auf dem Weg nach Batavia (heute Jakarta in Indonesien) waren. Das erste bekannte Schiffswrack der westaustralischen Geschichte war den auch ein holländisches Handelsschiff genannt die BATAVIA die vor Geraldton nahe den Abrolhos Inseln Schiffbruch erlitt. Aufgrund dieses Schiffsbruches haben die Abrolhos Inseln den zweifelhaften Ruf die erste europäische Siedlung in Australien gewesen zu sein. Obwohl Geraldton einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat blieb uns nur Zeit für die "St. Francis Xavier Cathedral" und den Leuchtturm. Diese Kathedrale war das Meisterwerk des westaustralischen Priester-Architekten John Hawes. Bedeutend wegen seines eigenwilligen Stils steht es heute unter Denkmalschutz. Der Architekt John Hawes hatte den Entwurf der Kathedrale schon fertig als er 1915 nach Geraldton kahm. Er begann mit dem Bau 1916 und hat Aufgrund der Armut der Bevölkerung auch selbst als Hilfsarbeiter beim Bau mitgeholfen. Erst im August 1938 konnte sein Werk fertiggestellt und eingeweiht werden.


Port Gregory:

Ca. 47 Km nördlich von Geraldton liegt Port Gregory. Dieser kleine Fischerhafen mit einer Einwohnerzahl von ca. 200 begann seine Existenz als Hafen für Walfangschiffe und den Seehandel mit Europa. Obwohl der Hafen durch die natürlichen Riffs geschützt ist kann es für Schiffe bei schlechtem Wetter durch die schmale Einfahrt und Sog und Strudelwirkung bei rauher See sehr gefährlich werden. Zahlreiche Schiffbrüche belegen dies. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es auch eine kleine Walfangstation. Diese lag etwas nördlich vom jetztigen Port Gregory. Nachdem in der Gegend Bleivorkommen gefunden wurden, wurde die Gegend weiter erkundet und als Farmland erschlossen. Im Jahre 1853 segelte ein Schiff mit 60 Sträflingen an Bord in den natürlichen Hafen von Port Gregory. Diese waren vorgesehen an Farmer verliehen zu werden. Einige Bauwerke die diese Strafgefangenen bauten blieben bis heute erhalten. Leider mußte dieses Experiment wegen der schlechten Versorgungslage der Gefangenen wieder aufgegeben werden. Heute ist Port Gregory sehr beliebt als Ferienort "to get away from it all". Dieser Ausdruck kann ungefähr mit "nur weg von der Civilisation" übersetzt werden. "Lynton Heritage Area" beinhaltet historische Gebäude des alten Gefangenenlagers, Captain Sanford's Residenz und dem Pionierfriedhof. Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Port Gregory ist jedoch der "Pink Lake". Dies ist die Hutt Lagune welche seine rosa Färbung der Anwesenheit von besonderen Salzwasseralgen (Dunaliella Salina) verdankt. Diese Algen werden im Pink Lake kultiviert und zur Gewinnung von Beta-Karotin und Alpha-Karotin geerntet. Der Standort Hutt Lagune wurde aufgrund seiner idealen Bedingungen wie hoher Salz-gehalt des Wassers, viel Sonnenschein, warmes Klima und saubere Natur gewählt. Der aus den Algen gewonnene Rohstoff wird weltweit exportiert und findet in der Lebensmittelindustrie verwendung.


Kalbarri:

Der Kalbarri Nationalpark liegt ca. 586 Km nördlich von Perth. Obwohl Kalbarri als Ort erst seit 1951 existiert ist dies auch der Ort wo die ersten weißen Bewohner des australischen Festlandes urkundlich erwähnt wurden. Dies waren 2 Meuterer der BATAVIA die von Kapitän Pelsaert nach seiner Rückkehr zu den Abrolhos Inseln auf dem Festland nahe dem heutigen Kalbarri ausgesetzt wurden. Es ist bis heute nicht bekannt welches Schicksal diese beiden Matrosen erlitten aber am Platz an dem Sie ausgesetzt wurden steht heute eine Gedenktafel.
Bis 1943 war dieser Ort nur als "die Mündung des Murchison" bekannt und die Bedeutung des Wortes Kalbarri ist ungeklärt. Der Nationalpark umfaßt eine Fläche von 186000 Hektar und erstreckt sich von der Mündung des Murchison Flußes ca. 30 Km landeinwärts. Der Murchison Fluß hat sich im Laufe der Millionen Jahre tief in die Landschaft eingeschnitten und eine zum Teil bizarre Landschaft geschaffen. Kalbarri ist einer der beliebtesten Ziele für West-australier um ein langes Wochenende zu verbringen. Das Klima ist das ganze Jahr über sehr Besucherfreundlich. Die beste Zeit Kalbarri zu besuchen ist jedoch im Frühjahr whärend der Wildblumenzeit (August bis November).
Auf unserem Weg von Port Gregory nach Kalbarri besuchen wir die "Natural Bridge". Diese ist im Laufe der Zeit durch Auswaschung durch die Brandung entstanden.
Unweit davon befindet sich Island Cove mit dem Island Rock. Dies ist eine kleine Bucht in dessen Mitte ein Felsen herausragt der ursprünglich Teil des Festlandes war. Die Kraft der Wellen hat umliegendes Material abgetragen und der widerstandsfähige Überrest ist als der Island Rock bekannt. Unser nächstes Ziel ist der Mushroom Rock. Dieser bizarre Felsen in der Form eines Pilzes steht auf wackeligem Bein am Ufer und wehrt sich gegen die Brandung.
Unser nächstes Ziel ist die Gedenktafel die den Ort der ersten weißen Festland-bewohner markiert. Dies waren Wouter Loos und Jan Pelgrom, 2 Meuterer der BATAVIA.
Vom Chinamans Rock aus haben wir einen schönen Ausblick auf den Ort Kalbarri und dies ist auch ein idealer Platz um einen der zahlreichen Sonnenuntergänge zu bewundern. Kalbarri hat sehr viele und gut angelegte Resorts und Bungalows. Wir verbringen die Nacht im Palm Resort. Etwas weiter weg vom Strand aber in ruhiger Lage.
Unser erster Halt am nächsten Tag führt uns zum "nature's window". Natures window ist ein ca. 2 x 2 m großes Loch in einer Sandsteinwand und hat Ähnlichkeit mit einem Bilderrahmen. Dies ist wohl auch das am meisten photographierte Objekt im Kalbarri NP. Der Sandstein nennt sich Tumblagooda Sandstein und ist vor ca. 400-500 Millionen Jahren entstanden. Von hier aus hat man auch einen guten Ausblick auf die grandiose Flußlandschaft des Murchison Flußes.
Weiter geht es zum Z-Bend. Hier bietet sich für den abenteuerlustigen Besucher die Gelegenheit auf einem kurzen aber steilen Pfad zum Fluß hinabzusteigen und sich im kühlen Wasser des Flußes zu erfrischen. Wir besuchen noch den Hawke's Head Aussichtspunkt bevor wir in Richtung Monkey Mia aufbrechen. Dieser Felsvorsprung hat die Form eines Habichtsschnabels und es bietet sich ein majestätischer Ausblick. Der Fluß liegt ca 80m unter Ihren Füßen und Vorsicht ist geboten.
Wir verlassen Kalbarri Nationalpark und fahren weiter in Richtung Shark Bay und Monkey Mia. Unterwegs halten wir für ein Picknick zur Mittagszeit.


Shark Bay:

Shark Bay umfasst das Gebiet zwischen Carnarvon im Norden, Zuytdorp Nature Reserve im Süden, Dirk Hartog Insel & Dorre/Bernier Inseln im Westen und die östliche Grenze verläuft entlang der Küste bis Hamelin Pool und landeinwärts bis zum Zuytdorp Natures Reserve.
Der erste Europäer der diese Gegend betrat war Kapitän Dirk Hartog im Jahre 1616 auf der Insel die heute noch seinen Namen trägt.
Diese Gegend Westaustraliens erhielt seinen Namen von William Dampier auf seiner zweiten Seefahrt nach Australien im Jahre 1699. Er schrieb in sein Logbuch:
Die Meeresfische die wir hier sahen (da es keinen Fluß oder Quelle gab) waren hauptsächlich Haie. Diese sind reichlich vorhanden in dieser Bucht und ich nenne diese Gegend deshalb Shark Bay (Haifischbucht).
Shark Bay beinhaltet die weltbekannten Sehenswürdigkeiten Monkey Mia, Stromatoliten und den Shell Beach. Das Gebiet Shark Bay erfüllt alle vier Beurteilungskriterien von UNESCO unter Denkmalschutz für Weltnaturerbe (freie Übersetzung des Begriffs "Natural World Heritage") gestellt zu werden. Es gibt nur wenige Gebiete die alle vier Bedingungen erfüllen und mit Shark Bay, dem Barrier Reef, den tropischen Regenwäldern Nordqueenslands und der tasmanischen Wildnis besitzt Australien insgesamt 4 davon.


    Die 4 Auswahlkriterien sind:

    Bedeutende Entwicklungsabschnitte der Evolutionsgeschichte
    Bedeutende geologische und biologische Prozesse
    Natürliche Schönheit
    Lebensraum für bedrohte Tierarten

Shark Bay Marine Park weist eine gesicherte Population von ca. 10000 Seekühen auf. Diese Meeressäugetiere sind weltweit vom aussterben bedroht und finden in Shark Bay die besten Bedingungen fürs Überleben. Dies ist vor allem den umfangreichen Seegrassgebieten zu verdanken. Als Besonderheit ist zu erwähnen, das es in Shark Bay 12 verschiedene Arten davon gibt und an manchen Plätzen wachsen 9 verschiedene Arten auf einem m2. Alle anderen Seegrassgebiete der Welt bestehen nur aus einer oder höchstens zwei Arten.
Nebenbei tummeln sich in diesen Gewässern auch noch Manta Rochen, Meeresschildkröten und Wale. In einem Teilgebiet von Shark Bay, der Peron Halbinsel, wird auch das in seiner Art wohl einzigartige Projekt Eden durchgeführt. Dieses Gebiet wurde durch einen Wild-zaun nahe Shell Beach hermetisch vom übrigen Festland abgegrenzt. Innerhalb dieses Gebietes wird die eingeschleppte Fauna (hauptsächlich Fuchs und verwilderte Katzen) entfernt und die heimischen Tierarten wieder angesiedelt. Ein Teil der Tierarten war schon ausgestorben und wurde wieder angesiedelt. Andere Tierarten waren kurz vor dem Aussterben und deren Überleben wurde durch dieses Projekt gesichert. Dieses Projekt hat sich laut CALM als ein voller Erfolg erwiesen.

Shell Beach:

Dieser Strand besteht gänzlich aus unzähligen ca. 10 mm großen Coquina Muscheln genannt Hamelin Cockle (Fragum Erugatum) und erstreckt sich über eine Länge von ca. 60 Km und ist bis zu 10 m tief. Der Strand bildet sich auch heute noch weiter aus da die Anschwemmung von Muscheln auch weiterhin stattfindet. Große Mengen werden aber nur bei Stürmen an Land geschwemmt. Wie auch die Stromatoliten hat der Shell Beach seine Entstehung den einzigartigen Umweltbedingungen des Shark Bay Gebietes zu verdanken.
In früheren Jahren wurden Blöcke aus zementierten Muscheln als Baumaterial verwendet. Das Old Pearler Restaurant in Denham ist eines dieser Bauwerke. Dies ist aber aus Konservierungsgründen heute nur noch für einige wenige öffentliche Projekte und zur Reparatur existierender Gebäude erlaubt.

Stromatolites:

Die Stromatoliten sind korallenähnliche Gebilde die von einzelligen Organismen gebildet werden. Die Wachstumsrate beträgt nur ca. 1mm pro Jahr und um diese empfindlichen Gebilde zu schützen wurde ein Laufsteg gebaut der es dem Besucher ermöglicht alles aus nächster Nähe zu beobachten ohne Schaden anzurichten. Diese Cyanbakterien genannten einzelligen Lebewesen konnten im Hamelin Pool aufgrund seines extrem hohen Salzgehaltes überleben. Da der hohe Salzgehalt des Meerwassers für die meisten Fische unverträglich ist konnten sich diese Einzeller bis in unsere Zeit in diesem Gebiet erhalten. Diese Bakterien sind Nachfahren der ersten bekannten Lebensformen und haben eine Entstehungsgeschichte, die ca. 3000 Millionen Jahre zurückgeht.
Die Stromatoliten werden deshalb auch "lebende Fossilien" genannt. Sie waren wesentlich an der Bildung des Sauerstoffgehaltes der Luft beteiligt und wer sich die Stromatoliten genau ansieht kann Luftbläschen aufsteigen sehen. Gebildet werden diese Pilzförmigen Strukturen von den Bakterien indem sie Sedimentteilchen einfangen und mit einer schleimartigen Substanz verbinden. Wie auch Korallen lebt nur die Oberschicht dieser Gebilde und der innere Teil ist totes Gestein. Stromatolitenkolonien gibt es nur noch an an 3 verschiedenen Orten der Erde. Hamelin Pool, Lake Clifton nahe Carnarvon und auf den Bahamas.

Denham & die Delphine von Monkey Mia:

Denham ist die westlichste Ansiedlung des australischen Kontinents. Seine Anfänge hat dieser Ort der Perlenfischerei zu verdanken und war früher unter dem Namen Freshwater Bay bekannt. Obwohl Broome im Nordwesten von Westaustralien wesentlich bekannter für seine Perlen ist, hat die Perlenfischerei in Denham und Shark Bay eine längere Geschichte. Die Straßen waren früher aus aufgearbeiteten Muscheln beschaffen. Erst in späteren Jahren beschloß man diese mit Bitumen zu befestigen. Die große Attraktion von Denham ist Monkey Mia. Monkey Mia liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Peron Halbinsel und ist ca. 25 Km von Denham entfernt.
Es begann alles mit "Ninny" Watts die in den 60er Jahren begann die Delphine zu füttern. Diese folgten dem Fischerboot Ihres Ehemanns auf seiner Fahrt zurück zur Küste wo deren Camp aufgestellt war. Der Name des ersten Delphins der sich füttern ließ war "Old Charlie". Charlie hat anscheinend die Nachricht in seiner Herde verbreitet und im Laufe der Jahre kamen immer mehr Delphine um sich füttern oder streicheln zu laßen. Im Laufe der Jahre hat sich durch Mundpropaganda die Kunde über dieses Naturphänomen verbreitet und dies waren die Anfänge des Monkey Mia Tourismus.
Mittlerweile besuchen tausende von Touristen aus aller Welt diesen Ort und Monkey Mia ist zu einem der beliebtesten Ziele der internationalen Besucher geworden. Die wachsende Zahl der Menschen die Delphine sehen wollten wuchs derart an, das im Jahre 1986 Ranger zum Schutz der Delphine eingeführt wurden. Diese beaufsichtigen den Besuch der Delphine und bieten Informationen über die Delphine.
Die Gesamtzahl der Delphine in Shark Bay wird auf ca. 500 geschätzt. 100 davon besuchen gelegentlich den Strand von Monkey Mia und ca. 10 davon sind regelmäßige Besucher. Obwohl die Tiere gefüttert werden wird dies nicht bei jedem Besuch gemacht um die Delphine nicht von der Fütterung abhängig zu machen. Die Besuchszeiten sind zwar unregelmäßig aber es ist wohl noch kein Tag vergangen an dem keine Delphine zum Strand gekommen sind. Die Delphine sind aber nicht das einzig lohnenswerte Ziel von Monkey Mia. Von hier aus können Sie mit 2 Catamaranen (Shotover und Aristocat) Ausflüge aufs Meer unternehmen und dabei Delphine und mit etwas Glück auch Dugongs in Ihrer natürlichen Umgebung beobachten.
Gleich neben der Gebührenstation beginnt ein ca. 1 ½ stündiger Wanderpfad der auf verschiedenen Stationen Beobachtungspunkte bietet um die einheimische Fauna zu sehen und auch historische Ziele sind dabei.
Wer will kann mit einem Boot zur "Blue Lagun Pearl Farm" fahren und sich über die Zucht von schwarzen Perlen informieren. Im Point Peron Nationalpark liegt Peron Homestead. Dies war in vergangenen Jahren eine Schaffarm. Mittlerweile ist es ein beliebtes Ausflugsziel auch wegen der warmen Quellen. Vor allem in der kühleren Jahreszeit bietet sich die Gelegenheit ein wärmendes Bad zu nehmen.
Dugongs: Obwohl nicht so bekannt wie die Delphine ist Shark Bay die Heimat der einzigen gesicherten Herde von Dugongs. Diese sind eine von nur noch 2 erhaltenen Arten der Sirenen, auch Seekühe genannt. Die geschätzen 10000 Exemplare stellen ca. 10% der Weltbevölkerung an Dugongs dar. Die andere Art ist das Manatee welches in der Karibik, im Amazonasgebiet und Westafrika zu finden ist.
Seekühen wird auch die Entstehung der Legende von den Meerjungfrauen zugesagt. In Ihrer Sehnsucht nach weiblicher Gesellschaft halluzinierten frühe Seefahrer beim Anblick dieser seltsamen Meerestiere und eine Legende entstand. Diese scheuen Meeressäugetiere sind mehr mit dem Elefanten als mit Walen und Delphinen verwandt. Ihre Leibesfülle ist notwendig um den langen Verdauungsapparat unterzubringen. Die Dugongs leben ausschließlich von Seegras und aufgrund des niedrigen Nährwertes müßen diese Tiere große Mengen davon zu sich nehmen.

Dongara & Port Denison:

Die Zwillingsorte Dongara & Port Denison sind unser letzter Übernachtungsort auf unserer Fahrt zurück nach Perth. Ein Wahrzeichen von Dongara ist die alte Mühle welche neben der Hauptstraße liegt. Diese wurde im Jahre 1894 erbaut und bis zu seiner Schließung im Jahre 1935 verarbeitete es das Getreide der umliegenden Farmen.
Port Denison ist auch der Ankerplatz für eine beachtlich Langustenfangflotte und ein beliebter Hafen für die Sportfischerei. Von einem guten Aussichtsplatz an der Küste laßen sich herrliche Sonnenuntergänge beobachten.

Pinnacles:

Die Pinnacles sind eines der beliebtesten Tagesausflugsziele für Besucher wie auch der Westaustralier. Wie aber sind diese einzigartigen Strukturen entstanden? Es gibt mittlerweile eine gute Erklärung dafür wie sich die Pinnacles gebildet haben. Es sind Gebilde die nicht Jahrmillionen alt sind sondern erst vor relativ kurzer Zeit entstanden sind (ca. 10- 30000 Jahre).

Nachfolgend eine kurze Erklärung mit Graphik:

Bild 1:
Oberflächenkalk im Sand wir durch Regen aufgelöst und sickert in die unteren Schichten. Diese werden daraufhin zementiert und werden zu einem weichen Kalksandstein. (Das Rohmaterial für den Kalk stammt aus einer erdgeschichtlich früheren Epoche von Muscheln als dieser Boden noch unter dem Meeresspiegel lag. Diese Muscheln zerfielen im Laufe der Zeit zu Sand und dieser wurde vom Wind landeinwärts getragen und formte hohe Wanderdünen)

Bild 2:
Im Laufe der Zeit bildete sich Vegetation die die Dünen stabilisiert. Vegetation und Humusboden formten eine Säurehaltige Schicht an der Oberfläche. Zugleich bildet sich eine harte Kalkzementschicht über dem weichen Kalksandstein unter der Oberfläche.



Bild 3:
Im Laufe der Zeit entstanden Risse in der harten Kalkzementschicht. Diese wurden von Wurzeln ausgenützt um tiefer in den Boden einzudringen. Gleichzeitig wurde der weiche Kalksandstein unter der harten Zementdecke durch säurehaltiges Sickerwasser weiter ausgewaschen. Von der Oberfläche nachsickernder Quartzsand füllte die so entstanden Lücken. Dieser unterirdische Verwitterungsprozess verschonte nur die widerstandsfähigsten Kalksteinsäulen.

Bild 4:
Im Laufe der Zeit stirbt die Vegetation an der Oberfläche ab und Winderosion trägt den losen Sand weg. Was freigelegt wird sind die Reste des nicht von Regen und Säure ausgewaschenen Kalksandsteins. Die Pinnacles sind entstanden. Dieser Prozess dauert auch heute noch an. Da dieser jedoch relativ langsam verläuft sind Veränderung nur im Laufe der Jahrhunderte bemerkbar.

New Norcia:

Dieses einzigartige spanische Klosterdorf verdankt seine Entstehung der Ankunft einer Gruppe von Missionaren in Fremantle im Januar 1846. Diese Gruppe bestand aus Bischof Brady und 27 Missionaren. Es waren 3 verschiedene Vorstöße ins Landesinnere zu den Ureinwohnern geplant und Pater Salvado und Serra, zusammen mit 2 Benediktinermönchen machten sich im Februar 1846 auf in Richtung Norden. Ein irischer Katechist, John Gorman, rundete die kleine Gruppe ab. Die Reise ging langsam voran und es wurde nach einem Ort gesucht um Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung aufzunehmen und eine Mission zu gründen. Dieser wurde bei einer Quelle ca. 8 Km nördlich des heutigen Standortes von New Norcia gefunden. Es wurde ein Lager errichtet und die erste Messe gelesen. Die Mission war gegründet. Es war der 1 März 1846, zugleich der Namenstag des hl. Rosendo dem Schutzheiligen von Pater Salvado. Die Mission war von Mißerfolgen und Geldsorgen geplagt aber Hilfe immer zur rechten Zeit sicherte das Fortbestehen der Mission. Die Mönche nannten Ihre Mission "New Norcia" nach dem Ort Nursia dem Geburtsort des hl Benedikt. Der große Durchbruch in der Bekehrung der Ureinwohner jedoch kam in Gestalt eines Buschbrandes. Dieser hatte schon weite Flächen im umliegenden Land verbrannt und drohte nun auch die Ernte und die Mission selbst zu zerstören. In Ihrer Verzweiflung stellten die Mönche das Bild der hl. Mutter Gottes vor den Flammen auf und noch im selben Augenblick drehte sich der Wind und die Flammenwand wurde in eine Richtung geweht die schon ausgebrannt war. Hierdurch wurde dem Feuer jede Nahrung genohmen und die Gefahr war gebannt. Die Eigeborenen kommentierten dies so: "Diese weiße Frau kann alles. Sie hat es Zuwege gebracht. Ja Sie war es. Wir können solch wunderliche Dinge nicht tun. Bei einer Dankesmesse waren alle Eingeborenen anwesend". Aus den Patern Salvado & Serra wurden im Laufe der Jahre Bischöfe und trugen maßgeblich zur Verbreitung des Katholischen Glaubens in Westaustralien Mitte de 19. Jahrhunderts bei. Sie waren auch die Gründer Subiacos, einem Vorort von Perth. Dies ist aber den wenigsten der Einwohner bekannt. Ein Wendepunkt für New Norcia kam 1859 als es zum eigenständigen Bistum ernannt wurde. Die Unabhängigkeit vom Bistum Perth wirkte sich nachhaltig positiv auf New Norcia aus. Ein Ableger von New Norcia entstand in der ca. 3000 Km entfernten Kalumburu Mission in der Kimberley Region. Diese bestand von 1908 bis 1981. Kalumburu wurde jedoch im Jahre 1981 an das Bistum Broome abgegeben. Im Jahre 1986 machte New Norcia Schlagzeilen als 26 wertvolle Gemälde aus dem Museum gestohlen wurden. Davon konnten 25 wieder in den Besitz des Klosters gebracht werden. Allerdings benötigten diese aufwendige und teure Restaurierungsarbeiten bevor diese wieder im ausgestellt werden konnten. Tourismus ist heute eine wichtige Einnahmequlle für das Kloster und es hat ein paar Spezialitäten zu bieten wie erstklassiges, wenn auch teures, Olivenöl und New Norcia Brot welches auch in Perth geschätzt und verkauft wird. Es gibt auch die Möglichkeit in einem Gästehaus in New Norcia zu verweilen und das ruhige und friedliche Klosterleben mitzuerleben. Allerdings ist der private Bereich der Mönche Männern vorbehalten.